Licht aus, Glühwürmchen an!

Eine sagenhafte Lichtershow mitten in der Nacht im dunklen Dickicht.

Die Fahrt nach Waitomo (im Westen der Nordinsel) dauerte nicht lang, war dafür aber umso anstrengender. Die Landschaft auf dem Route war etwas flacher, sodass unser Kermit eine gute Angriffsfläche für den Wind darstellte. Gefühlt mussten wir stetig nach rechts lenken, um geradeaus fahren zu können. Von grünen Hügeln wechselte der Anblick auf Limestone-Felsen, Schluchten und sich darum windende Straßen.

Die Gegend war noch nicht von Touristen überflutet, sodass wir mal wieder einen tollen Übernachtungsplatz fanden und direkt Pläne für den restlichen Tag schmiedeten.

Waitomo kommt von wai (Wasser) und tomo (Loch, Schacht) und die Hauptattraktionen waren Höhlen (>300 Stück) und eine hohe Zahl an Glühwürmchen! Der Hit in der Nähe unseres Campingplatzes war eine Wanderung durch den “bush” – bei Tag und bei Nacht – und der Besuch der Glowworm Caves.

Nachdem wir unsere Ricotta-Spinat-Ravioli mit Tomatensauce zubereitet und genüsslich in der Sonne verspeist haben, machte wir uns auf den Weg zum Trail durch neuseeländischen Busch.

Der Trail dauerte ca. eine Stunde und führte vorbei an Höhlenzugängen, Schächten, einem Fluss und durch buschige Vegetation. Wir nahmen uns vor, den Weg noch einmal in der Nacht zu laufen, um die Glühwürmchen in “freier Wildbahn” zu betrachten.

Der Abend verlief soweit gemütlich mit einer warmen Dusche und ein paar Zeilen für den Blog. Nachdem es dunkel genug war ging es zurück zum Trail. Auf dem Parkplatz waren bereits weitere Nachtwanderer aktiv. Bewaffnet mit unseren Stirnlampen gingen wir zu einer Brücke auf der Route, an der die meisten Glowworms aufzufinden sein sollten.

Etwas gruselig ist das schon… so durch die Nacht zu eiern, im dichten Busch… das Rauschen des Waitomo Rivers im einen, das Rascheln der Farne im anderen Ohr. Und dann war alles nur noch so “WOW!!!”

Überall in den Wänden, wo am Tag noch Moos und Farn und was nicht alles hing, leuchteten die Glühwürmchen um die Wette. Man konnte kaum einen Unterschied zwischen Sternenhimmel und Glühwürmchen-Show aus machen. Der Wahnsinn! Es war wie im Märchen.

Da die kleinen Leuchtkünstler nicht angestrahlt werden sollten, machten wir unsere Lampen aus uns standen nun da: mitten im Dunkeln, auf einer schwankenden Holzbrücke – umgeben von vielen leuchtenden Punkten!

Clemens, der Könner, hat die Glowworms natürlich fotografiert – mit einer 30-sekündigen Belichtungszeit. Das bedeutet: keinen Mucks auf der Brücke machen, kein Licht… nur Warten. Als einmal die Brücke kurz vibrierte, weil etwas darauf aktiv war, wurde ich, sagen wir, unruhig. In der Ferne entdeckten wir daraufhin ein paar Lichtkegel von Leuten, die in den Höhlen rum geklettert waren. Puh, Respekt. Wir fotografierten hier nur Glühwürmchen…

Wieder heile auf dem Campingplatz angekommen, schliefen wir völlig verzaubert unter einem glühwürmchen-ähnlichen Sternenhimmel ein.

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