Ein Cruise durch Fiordland

Milford Sound und der Fiordland Nationalpark im Südwesten der Südinsel ist einer der Touristenmagnete in Neuseeland… und das nicht ohne Grund. Zum Glück konnten wir die Massenbusse geschickt „umfahren“.

Wir wachen in Mitten von Blumen auf und genießen die frische Waldluft… der Tag scheint wettertechnisch richtig gut zu werden: Sonne, klarer Himmel und vereinzelt kleine, zarte Wolken. Um 8 Uhr brechen wir auf und verlassen den DOC Campsite zu einem weiteren Highlight auf unserer Reise: Der Milford Sound (Fjord) und eine Fahrt mit einem Katamaran durch den Fjord.

Auf der Fahrt dorthin, die ca. 45-60 Minuten dauert und sich durch enge Passagen, einen gruseligen 1,2 km langen Tunnel und Serpentinen windet, wird die Wetterlage deutlich schlechter: graue Wolken hängen in den Tälern und verdecken die Gipfel. Wir sehen praktisch nur die Straße und angrenzenden Wald bzw. Felswände. Ich bange, um eine gute Sicht auf der 2-stündigen Schifffahrt.

Doch wir haben Glück: an der Anlegestelle klart es wieder auf und die wenigen Wolken unterstreichen die Szenerie: Dieser Flecken Erde ist einfach wunderschön!

Wir parken unseren Kermit und packen uns gut ein in Regenklamotten ein. Die Action Cam ist auch klar. Nach 10 Minuten Laufen erreichen wir den kleinen Hafen. Es ist noch angenehm ruhig (was sich schlagartig um die Mittagszeit ändern wird wegen der Tourenbusse) und bis zum Boarding genießen wir den Blick in den Fjord hinein. Der Katamaran von Southern Discoveries ist dann schnell “in Beschlag genommen” – alle stürmen direkt auf das Sonnendeck – und wir legen um 10:30 Uhr ab.

Die Tour geht erst an der südlichen Fjordkante entlang raus zur Tasmanischen See. Es ist sehr, sehr windig und das Deck wird schlagartig leer. Mehr Platz für uns! Nur der Guide, den man wegen dem Wind und den drei Schichten Stoff um den Kopf herum eh nicht verstand, hielt sich wacker und brabbelte seinen Text.

Die Sicht ist der Wahnsinn: hohe Felswände, an vielen Stellen stürzen Wasserfälle hinab und die Tiere lassen auch nicht lange auf sich warten. Faule Seelöwen sonnen sich auf schroffen Felsbrocken (ein Wunder, dass sie nicht vom Winde verweht werden…), später begleiten uns acht graue Delphine in eine Bucht mit einem tollen, großen Wasserfall.

Unser Katamaran kann sich bis an die Felswände heran manövrieren, sodass das frische Bergwasser der Wasserfälle auf Gesicht, Kleidung und Fotolinsen spritzt und es einem beim Blick an der Felswand entlang hoch nach oben schwindelig werden kann. Wie klein wir Menschlein doch sind. Nature is the Boss!

Draußen am Tasmanischen Meer angekommen wenden wir und fahren entlang der nördlichen Feldwände zurück zum Hafen. Der Wind legte sich und wir genossen die Sonnenbänke mit mit bester Aussicht. Wir ließen auf halber Strecke noch ein paar Passagiere in einer Bucht zurück, sie hatten das Cruise and Kayak Paket gebucht… Sicher auch ein geniales Gefühl, dort zu paddeln.

Im Hafen zurück wagten wir noch einen kurzen Abstecher zur Hafenausfahrt, um das bekannteste Motiv vom Milford Sound zu fotografieren. Doch wir hüpften dann fix zum Van zurück, weil die Anlegestelle zur Mittagszeit ein völlig überlaufender Touristenspot ist – ein Bus neben dem anderen mit noch mehr Menschen darin.

Auf der Rückfahrt durch das Fjordland bis zum Campingplatz bot sich uns dann ein ganz anderes BIld als noch am frühen Morgen: steile Berghänge, grüne Wiesen, breite Flussbetten… es war geninal! Ich konnte mich wieder einmal nicht satt sehen.

Nachdem wir uns mit Tortellini und Tomatensauce sowie Rote-Beete-Linsen-Feta-Salat gestärkt hatten und nun genug Zeit hatten, den zweiten Teil des Tages anzugehen – nämlich einen Teil des Great Walk “Routeburn Track” bis zum Key Summit zu gehen – mussten wir das aber wegen Unwohlsein abbrechen. Mir hing wohl noch der anstrengende Walk vom Vortag in den Gliedern.

Enttäuscht, aber immer noch sehr beeindruckt von den Aussichten am Morgen ging es doch direkt zurück nach Te Anau, dem Ort vor dem Fiordland. Auf dem Campingplatz, auf dem wir einige Tage zuvor bereits Halt machten, haben wir nach einer halben Stunde Schlange stehen leider keinen Platz mehr bekommen und mussten weiterziehen. Auf einem Family Kiwi Holiday Park ergatterten wir die letzte powered site und genossen die heiße Dusche (wobei neben mir zwei Mütter und vier Dreikäsehochs mit starken Stimmungschwankungen duschten…). Der Tag endete mit Fotos aussortieren, ein wenig dem nicht gelaufen Track hinterher zu trauern und einem gemütlichen zu Bett gehen.

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