Sonne, See und self-contained

Ein herrlicher Sommertag kündigte sich am Lake Taupo an: kurze Hosen und T-Shirt-Wetter, blauer Himmel und gute Laune bestimmten unseren Weg zum nächsten Highlight: der Tongariro National Park, der mitten im Herzen der Nordinsel liegt.

Wir hatten eine tolle Sicht auf die drei aktiven Vulkane, die das Bild am Horizont dominierten: Mt Tongariro (1.967 m), Mt Ngauruhoe (2.287 m) und Mt Ruapehu (2.797 m, einer der aktivsten auf der Erde). Sie haben in den letzen 100 Jahren für einige “rumbles und lahar” gesorgt, das letzte Mal 2007.

An unserer guten Stimmung rüttelte kurz nach dem Aufstehen der Neuseeländer Gavin! Er hielt mit seinem MEGA-Camper neben unserem kleinen Kermit als wie noch beim Abwasch der Frühstücksschälchen waren. Auf sein “Good morning! Did you stay for the night?” antwortete ich mit einem breiten Grinsen und völlig beseelt “Yes!” woraufhin er sofort meinte, wir das hätten nicht gedurft. Dadadadammmmmm! (Paukenschlag) Kermit war unserer Meinung nach ein “self-contained” Campern, mit dem man auf Plätzen mit einer Toilette übernachten durfte.

Wir suchten aufgewühlt nach dem Beweis dafür, um 200 NZ$ Strafe abzuwenden. Gavin, der in Taupo wohnt und gelegentlich nach dem Rechten schaute auf dem Platz, wollte sich trotz unserer White und Grey Water Tanks sowie der Kassetten-Toilette nicht zufrieden geben. Die Stimmung kippte etwas… Normalerweise haben Self-contained-Camper einen blauen Aufkleber auf der Hecktür… Unser befand sich auf der Frontscheibe! Gavin entschuldigte sich “for disturbing you” und verließ uns mit “a wonderful trip” schnell wieder.

Mit den drei Riesen im Rückspiegel ging es aber erst einmal am Ufer des wunderschönen Lake Taupo entlang zurück nach Norden. Wir wollten in Taupo unsere Vorräte auffüllen und bei den Huka Falls vorbei schauen.

Taupo ist ein etwas größerer Ort am See, der zu allem einlädt was man am Wasser Tolles erleben kann: Sonnenbaden, Schwimmen, Bötchen fahren, Eis essen am Ufer und den Wellen lauschen… wirklich chillig. Allerdings scheint Taupo den Sommer über einige Beuscher zu beherben, was wir anhand der Vielzahl an Geschäften, Hotels & Co erschlossen. Den Trubel schnell hinter uns gelassen, kamen wir zu den Huka Falls. Hier fällt der Waikato, Neuseelands längster Fluss, tosend 10m tief und leucht dabei in einem herrlichen Eisblau. Es gab einen kleine Brücke über die enste Stelle, auf der man die gewaltige Kraft des herabfließenden Flusses förmich spüren konnte.

Laut den Infoschildern wird in ein paar Jahren der Wasserfall an einer ganz anderen Stelle “stehen”, da die schmale Schlucht kontinuierlich von den Wassermassen ausgespült wird.

Nach ein paar Fotos von dem wunderschönen Wasserblau und weiteren Touri-Beobachtungen (und was sie nicht alles anstellen mit ihren GoPros, Spiegelreflexen und Smartphones auf Selfi-Sticks…) hüpften wir in den nächsten Supermarkt “Countdown” und shoppten was das Zeug hielt. Die Auswahl fiel auf frischen Lachs, Lamm, Spargel, Bananenbrot, Karamell-Schokolade und eine vielfältige Auswahl an Dosenfutter.

Wir stopften alles sehr zufrieden in unseren “Kermit” und machten uns auf den Weg zum i-Site in Turangi, um Kartenmaterial für unsere bevorstehende Wanderung einzusacken – die Vulkane dabei in voller Pracht vor uns, umtänzelt von weißen Schäfchen-Wolken. In Turangi angekommen traf uns erstmal die Realität mitten in unsere hoffnungsvollen Erwartungen: das Wetter sollte nicht so prachtvoll bleiben… die netten i-Site-Damen rieten uns mit sorgenvollen Blick eher von unseren Plänen, die Vulkane zu bewandern, ab. Gleichzeitig bestätigten sie, dass der heutige Tag auch eine schlechte Wettervorhersage hatte. Was also tun?

Im Tongariro NP gibt es einige tolle Aktivitäten und Routen zum Wandern, das stand außer Frage. Aber wir wollten schon das Highlight erklimmen: den Mt Tongariro und die Tageswanderung auf dem Alpine Crosswalk. Dafür mussten wir uns einen One-way Shuttle buchen, das uns vom Parkplatz aus zum Startpunkt des Alpine Crossing bringen würde.

Wir entschieden uns für “No risk, no fun”, wir sind schließlich nur einmal hier und die Wetteraussichten wurden nur noch schlechter in den nächsten Tag. Das Shuttle für je 35 NZ$ war schnell gebucht, die Mitarbeiterin der  Touristeninfo wünschte uns “good luck” und ab ging es zu unserer Campsite mitten im National Park.

Zum Glück fuhr uns Clemens – etwas orientierungslos – daran vorbei, sodass sich eine klasse Aussicht auf der Rückfahrt bot.

Auf dem Mangahuia Campingpolatz – a peaceful campsite at the edge of Tongariro NP – richtet wir uns fix ein und waren zufrieden mit der Welt. Während ich ein paar Notizen verfasste, bereitete der Chefkoch den Lachs in Sahnesoße mit grünem Spargel und Süßkartoffeln zu. Mit einem kühlen Bier einfach alles sehr yammy.

Gedanklich hingen wir schon im nächsten Tag. Unsere erste, lange und aufwändige Tageswanderung stand bevor. Um 6:15 fuhr unser Shuttle und für die Wanderung brauchte es einiges an Ausrüstung. Die Reiseführer und Infotafeln warnten jeden, die Route nicht zu unterschätzen: “Do have everything packed to come back alive?” war eigentlich der beste Spruch. Selbst der Lonely Planet sagt “You need not only a reasonable level of fitness, you should be prepared for all types of weather.” Erschreckender Weise sind “ill-equipped” Wanderer legendär auf dem Weg, mit “stupid shoes, no rain jackets, blue jeans soaked to the skin”, was sich bewahrheiten sollte. Wir blieben hoffnungsvoll und gingen mit Wünschen für gutes Wanderwetter schlafen.

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