Kayaking im Marine Reserve

Ein absolutes Muss ist es, den Abel Tasman Nationalpark vom Wasser aus zu erkunden. Wir haben uns für die sportliche Variante entschieden und sind einen Tag lang mit dem Kayak an der Küste und den Stränden gepaddelt. Heftigen Muskelkater inklusive…

Ein klasse Tag war unser Ausflug mit dem Kajak im Abel Tasman National Park. Diesen Park muss man einfach vom Wasser aus “erobern”, anders kommt man nicht in die Buchten (außer man läuft stundenlange Walks). Aber ich würde ihn auch jedes Mal wieder vom Wasser aus betrachten wollen.

Wir hatten Glück mit dem Wetter und ein sonniger, warmer Sommertag kündigte sich beim Aufstehen um 7:30 Uhr an. Am Kajak-Center wurden vier weitere Teilnehmer und wir von unserem Guide Jason mit dem Van abgeholt und zur Slipanlage gebracht.

Nachdem jeder sein Spray-Jacket und eine Rettungsweste übergezogen hatte ging es flott mit dem Wassertaxi zum Onetahuti Beach (mit einigen heftigen, harten Hüpfern über die Wellen).

Auf dem gelb-goldenen Sand der Bay lagen schon alle Kajaks für die heutigen Touren bereit. Unsere Vorfreude stieg! Nach einer kurzen Einweisung zu “Wie steigt man ein?”, “Wie steuert sich so ein Doppel-Kajak” und “Was muss wo richtig verstaut werden?” ging es ab ins frische Nass. Clemens war Steuermann, Julia Kapitän…

Es dauerte nicht lange und wir entdeckten die ersten NZ Fur Seals im Wasser. Auf den ersten Metern vorbei an den Granitfelsen und den faul darauf liegenden Sonnenanbetern (die ganz schon vor sich hin stinkten…), versuchten wir uns noch etwas besser aufeinander einzustimmen, damit das Steuern und Vorankommen auch harmonisch blieb (sowie die Stimmung…). Es ging dann auch recht bald auf die offene See, raus zu Tonga Island. Dem Marine Reserve, in das man nur mit Guide kommt, min. 20 m Abstand hält und viele Tiere entdecken kann (Delphine, Seelöwen, Pinguine, Vögel etc.).

Hier plantschten schon wieder Seals ohne sich von uns aus der Ruhe bringen zu lassen. Die Jungen lagen zwischen den Felsbrocken und riefen laut nach ihrer Mama – das hörte sich echt herzzerreißend und sehr krächzig an. Auch kleine, flauschige Möwenküken schauten uns frech von einem riesigen Felsbrocken an. Mama stolz daneben. Wir manövrierten uns mittlerweile voll “professional” durch die Rocks. Zurück an der Küste – beim Paddeln über die See kam ich schon fast in eine meditative Stimmung, echt cool Kayaking! Und immer schon aus dem Oberkörper raus, nicht aus den Armen! (hat mehr oder weniger geklappt)

Das erste Landing stand an und wir hielten auf den ersten goldgelben Strand zu. Hat alles super geklappt, ein wenig die Aussicht genießen und zwischen Arches wandern. Dann ging es wieder aufs Wasser. Jason, der solche Tagestouren täglich (!) macht, erzählte uns einiges über National Park (wie er entdeckt wurde, zu seinem Namen kam und wem eigentlich die Häuser in den Buchten gehörten). Ziemlich krass war, dass alle Menschen, die in dem Gebiet wohnten bevor es zu einem National Park wurde, haben ihr Haus an den Park verloren (nichts mit Vererben und so). Einer der Bewohner hatte ziemlich was dagegen und nach seinem Tod wurde das Haus von seinen Erben in die Luft gesprengt… die anderen Häuser können gemietet werden oder dienen jetzt als Wanderhütte. Ein Kiwi meinte es ernst und hat sich eine Lifetime Licence gekauft, für schlappe NZ$ 7 Millionen und ist im Jahr maximal 4 Wochen dort. Der Housekeeper hat eigentlich den besten Job dort, wie ich finde.

Nach dem ganzen Infoinput und paddeln brauchten wir eine Stärkungen und Jason wählte für die Mittagspause “Mosquito Bay” aus. Bitte wo? Da woe die Mücken sind?! Er beruhigte uns, die Bay hat diesen Namen bekommen, damit dort nicht so viele Leute hinkommen – da sie so wunderschön ist! Endlich gab es Sandwiches, Kaffee, Tee, Obst und leckaaa Brownies. Beim Erkunden der Bay kreuzten stolze Oyster Catcher Eltern (Vogelart) mit ihren drei grauen Küken den Weg. Den konnten wir ewig zuschauen wie sie für ihre drei kleinen (faulen) Wonneproppen im Ebbesand wühlten und alles gefundene sofort in ein hungriges Maul stopften.

Nach der Mittagspause (unsere Klamotten waren mittlerweile trocken) ging es nochmal raus aufs Meer. Jippi! Die faulen Seals auf der vor uns liegenden Insel haben wie schon von weitem gerochen… puh! Wie alter Schweiß mit bitterem Motorölgeruch vermischt. Die letzte Etappe in die Anchorage Bay wollten wie mit dem Segel zurücklegen. Alle Kajaks hielten sich gegenseitig nebeneinander und jeder hielt einen Teil vom Segel. Echt spannend, hat auch zum Teil geklappt. Viel besser war aber dann doch noch unser sportlicher Endspurt in die Bucht – cool! Von dort aus ging es wieder mit dem Wassertaxi zurück zum Kayaking Center. Alles Equipment musste in die Süßwasserbecken und wir unter die Dusche!

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