Willkommen in Hobbiton

„Ein Ring sie zu knechten …“ und für uns eine geführte Tour über das Filmset für die Szenen im “Auenland” in den Buchverfilmungen von “Der Herr der Ringe” und “Der Hobbit”.

Nach unserer Übernachtung auf den Parkplatz vom Besucherzentrum und Startpunkt der Touren zum Filmset von “Hobbingen” (engl. Hobbiton) nutzen andere “Camper” und wir die Gelegenheit, uns noch vor dem ersten Andrang von Touristen die letzte Nacht mit eiskaltem Wasser aus dem Gesicht zu waschen. Auch ein kleines, feines Frühstück war schnell zubereitet in unserer Mini-Camper-Küche. Dabei immer im Blick: die satt-grünen, sanften Hügel mit weißen, blökenden Schafen und der strahlend blaue Himmel. Ich hatte irgendwie immer das Gefühl, Frodo und Sam würden gleich um die Ecke gewandert kommen und freundlich in Neuseeland-Manier grüßen.

Ein perfekter Morgen, um Hobbits zu besuchen! Um 9:30 Uhr verließen wir “The Shire’s Rest” und unser Guide Rachel sowie “Big John” fuhren uns zusammen mit 25 weiteren Besuchern in einem grünen Tourbus endlich ins “Auenland”. Das Set liegt gut versteckt zwischen den Hügeln, von außen ist kein Blick darauf zu erhaschen. Selbst die Bewohner der unmittelbaren Umgebung mussten Lizenzverträge unterzeichnen, nie selbst oder mit Gästen das Gelände zu betreten. Dort angekommen, stiefelten wir nach einer kurzen Einführung (“don’t touch anything, you’ll have enough time to take as many pictures as you like”…) endlich mitten rein ins Set. Wow…

Wir schlenderten vorbei an Pinien hinein in einen bunten, liebevoll angelegten Garten, der umgeben war von Hobbit Holes verschiedener Größe und Art. Jedes Häuschen war nach dem Beruf, den der Hobbit ausgeführt, dekoriert. Es duftete nach Blumen, die Sonne strahlte und die Kameras klickten … Und wir hatten Glück: die Bauarbeiten an zwei Hauptmotiven (dem Gasthaus und der Mühle) sowie die Arbeiten am „künstlichen Baum” über Beutelsend waren eben abgeschlossen und somit jedes Motiv ein Treffer.

Meine Highlights waren sicher das Haupthaus “Beutelsend”, das Haus von Sam (auch “the heartwarming hole”) und der “Party-Baum” (der nur so heißt, weil die Hobbits darunter immer ihre rauschenden Feste feiern). Auch wir feierten eine Party: zufällig wurden neue Fotos für die Infobroschüren der Touren geschossen und dafür brauchte es Statisten… Ich war natürlich ganz vorn mit am Start und spielte „Ringe werfen“.

Zum Abschluss tranken wir im Gästehaus “The Green Dragon” wie die Hobbits ein Dark Beer aus Tongefäßen und genossen die Aussicht auf das rege Treiben im Auenland. Natürlich waren wir laut Rachel die “best group ever” und “so lovely” als sie sich auf der Rückfahrt zum Besucherzentrum verabschiedete. Wir haben im Anschluss unsere sieben Sachen gepackt und uns auf in Richtung Westen zu den Glühwürmchen in Waitomo gemacht.

Bewertung

Für Fans der Bücher und Filme „Der Herr der Ringe“ oder „Der Hobbit“ ist die Tour ein Must-Do und die 76 NZ$ absolut lohnenswert. Jemand, der mit beidem nichts anfangen kann, würde zwar einen Blick hinter die Kulissen von Filmdrehs und Set-Aufbau erleben. Doch da sind Touren durch Filmstudios sicher interessanter.

Fakten

Anreise

Alles ist wunderbar ausgeschildert, das Besucherzentrum kann man gar nicht verfehlen und befindet sich in der 501 Buckland Road, Hinuera, Matamata. Es starten täglich mehrere Touren ins Auenland: entweder direkt vom „The Shire’s Rest“ aus oder ab den nahegelegenen Städten Matamata und Rotorua. Der Transfer in den Hobbiton-Shuttle-Bussen ist im Ticket inkludiert.

Übernachtung

Sollte man doch selbst anreisen ist die Übernachtung auf dem Parkplatz des Besucherzentrums eigentlich nur wegen der Kulanz der Betreiber möglich und eher die Ausnahme. Die Toiletten sind weitestgehend sauber, 24h geöffnet und weiter gibt es dort nichts. Dafür ist der Parkplatz kostenlos und der Blick in die Landschaft wunderschön!

Infos zum Filmset

1998 hat Sir Peter Jackson beim Location Spotting die Farm der Alexander Familie vom Helikopter aus gesehen und sofort gewusst: es kann keinen besseren Ort geben, um die Szenen im Auenland und dem Ort “Hobbingen” aus dem Buch “Der Herr der Ringe” zu drehen. Recht hatte er!

Das Auenland wurde aufwändig vorbereitet:

  • 39 “Hobbit Holes” mussten gebaut werden (dazu muss man wissen, das Hobbits in höhlenartigen Häusern wohnen)
  • Ein Baum wurde extra “gebaut”, der laut dem Buch von J.R.R. Tolkien auf dem Haus vom Hobbit Bilbo Beutlin steht (sein Haus ist das größte im Auenland heißt Beutelsend, engl. “Bag End”), dazu wurde ein passender Baum gefällt, an die richtige Stelle platziert und mit künstlichen Blättern “aufgepimped”.
  • Eine Brücke mit einer Mühle entstanden
  • Das Gasthaus “The Green Dragon” wurde mit Reet gedeckt (von Spezialisten aus UK)

Die Farmer-Familie, die ihr Gelände für den Filmdreh “Der Herr der Ringe” zur Verfügung stellte, stellte eine Bedingung: alles was gebaut wird, muss nach Filmdreh spurlos wieder entfernt werden können. Somit war alles o.g. aus Kunststoff, Holz oder Stoff.

Nach dem Filmdreh wurde auch tatsächlich damit begonnen, alles zurück zu bauen. Doch ein Sturm machte dem ganzen einen Strich durch die Rechnung: man musste mit den Rückbauten pausieren, was dazu führte, dass einige Hobbit Holes übrig blieben – zur Freude der filminteressierten Touristen und der geschäftstüchtigen Neuseeländer ;-)

Als der Regisseur 2009 beschloss, auch das Buch “Der Hobbit” zu verfilmen und darin weitere Auenland-Szenen vorkamen, bat er erneut die Alexanders, ihm ihr Gelände zur Verfügung zu stellen. Die Farmer stellten wieder eine Bedingung: baut euer Set aus Materialien, die praktisch ewig halten!!!

Also wurde alles für den zweiten Film neu aufgebaut, selbst der künstliche Baum besteht nun aus Stahl und Silikon – das ganze nahm fast zwei Jahre in Anspruch… Heute wird “The Shire” (das Auenland) liebevoll gehegt und geplagt von den Neuseeländern, die dadurch Job und Einnahmen erhalten haben.

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